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Sadako will leben

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Angeregt durch die kürzliche Jährung der schrecklichen Tragödie, welche sich damals, am 6. August 1945 in der japanischen Stadt Hiroshima ereignete, wollte ich mich einmal mehr mit dem Thema befassen und stieß so unter anderem auf Berichte von Menschen, die damals mitten im Chaos aus Feuer, Rauch, ohrenbetäubendem Lärm und unsäglichem Leid waren.

Meine Freundin wies mich hier auch auf ein Buch hin, was weltweit sehr bekannt ist und zum Teil sogar als Lehrbuch im Unterricht verwendet wird: „Sadako will leben“.

Erzählt wird die Geschichte der kleinen Sadako wie sie ein unbekümmertes Leben trotz der widrigen Umstände in Kriegszeiten führt. Das Essen ist knapp und die Mutter den ganzen Tag mit ihrer Arbeit in der Werft beschäftigt. Der Vater wurde zum Kriegsdienst eingezogen und riskiert irgendwo im Land sein Leben für die Ziele Japans. Echte Freunde sind rar in diesen Zeiten und fast jeder scheint darauf erpicht zu sein, das beste aus seiner misslichen Lage zu machen.

Neben dem Alltag von Sadako und ihrem Bruder Shigeo werden auch Blicke über den Tellerrand gewagt und die Erlebnisse anderer Menschen wie dem alterwürdigen Fischer Nishioka-san, dem jungen Soldaten Kunyoshi und einer Gruppe von amerikanischen Fliegern erzählt. Damit wird von Beginn deutlich gemacht, dass hinter jedem Menschen eine Geschichte steckt. Keiner ist grundsätzlich böse, so es denn ab und an den Anschein haben mag.

Die Darstellung der Charaktere ist überaus menschlich und bereits nach kurzer Zeit fühlt man mit ihnen und versteht ihre Beweggründe. Die Titel gebende Sadako ist hier natürlich hervorzuheben. Ihre furchtlose und unbekümmerte Art zaubert dem Leser immer wieder ein Lächeln auf das Gesicht, sei es weil sie in grenzenlose Freude ob eines tollen Fundes oder Geschenks ausbricht oder mit einem „Schmollmündchen“ auf der Stelle stampft, weil ihr Bruder ihr wieder einmal nicht erlaubt zu tun, wonach ihr der Sinn steht. Eigensinnig und verletzlich zugleich wird hier herausragend ein kleines Mädchen porträtiert, welches aufwächst in den Ereignissen die da kommen.

Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:PaperCranes.jpgUnd so kommt es zum schicksalsschweren Ereignis am Morgen des 6. Augusts 1945. Die Folgen der nur wenige Sekunden andauernden Explosion sind fatal und betreffen jeden in der Stadt Hiroshima gleichermaßen. Über die Jahre bessert sich die Lage allmählich, Geschäfte werden wieder eröffnet, Menschen ziehen wieder nach Hiroshima. Und auch das beschwerliche Leben der Familie Sasaki, die wie durch ein Wunder unverletzt wieder zueinander fanden, scheint sich wieder zum Besseren zu wenden. Doch das Schicksal schlägt wieder zu …

Wenn man eine Lehre aus diesem Buch ziehen kann, dann ist es – neben der Grausamkeit dieses Ereignisses und der von Krieg selbst – die Erkenntnis, dass Unwissenheit und  Schweigen keine Lösung sind. Jeder sollte so früh wie möglich mit dem Krieg und den unvorstellbarem Leid der darin involvierten Menschen vertraut gemacht werden und die Tragweite versuchen zu verstehen. Nur so kann die Möglichkeit verringert werden, dass sich etwas so Schreckliches jemals wiederholt. Dafür gab es in der Geschichte nun mittlerweile auch schon genügend Beispiele. Und immer wieder hat sich gezeigt, dass es in einem Krieg keine Gewinner gibt. Jeder der an einem Krieg teilnimmt, hat verloren. Allen voran einen Teil seiner Menschlichkeit. Jeder der andere dazu zwingt an einem Krieg teilzunehmen noch mehr.

Deshalb bin ich der Meinung, dass „Sadako will leben“ und andere Berichte dieses und ähnlich erschreckender Geschehnisse verbreitet werden und weitererzählt werden sollten. So bin ich fest überzeugt, dass ich diese Geschichte später einmal meinen Kindern vorlesen werde. In dieser Form wünsche ich das Opfer von abertausenden nicht umsonst sein zu lassen und versuche, die daraus gezogene Lehre weiterzugeben.

Geschrieben von Mathias

15. August 2010 um 16:10

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