Kurz nachdem ich in Japan angekommen war, erfuhr ich, dass im Januar 2009 ein Konzert stattfinden sollte, welches viele meiner liebsten Sängerinnen auf einer Bühne zusammenführen sollte. Der Titel des Konzerts: „I’ve in Budokan 2009 ~Departed to the Future~“.
Zuvor bestand die Herausforderung darin, Karten für dieses Ereignis zu erlangen, da diese nicht direkt zu kaufen sondern nur durch ein Gewinnspiel zu haben waren. Meine Freundin und ich hatten Glück, letztendlich zwei Karten – und wie wir später merkten sogar recht gute Plätze – zu erlangen.
Die Zeit verging schnell und schon stand der 2. Januar vor der Tür. Wir begaben uns Richtung Tokyo, wo das Nippon Budokan zu finden ist. Auf dem Weg stießen wir bereits zufällig auf eine der beiden Freundinnen, mit denen wir uns sowieso treffen wollten. Die andere wartete bereits am Zielort auf uns. Wir gingen dann gemeinsam in ein Restaurant, um vor dem Konzert noch einen Happen zu uns zu nehmen. Die beiden Freundinnen stellten sich als Otakus heraus und so fanden sich schnell viele gemeinsame Interessen. Von einer dieser erhielten wir auch ein wichtiges Utensil für Konzerte dieser Art: Leuchstäbe.
Hiernach gingen wir dann auch auf direktem Wege zur Konzerthalle, wo sich bereits ein riesiger Menschenauflauf eingefunden hatte. Und auch nur wenige Augenblicke später begann bereits der Einlass. Recht schnell machte sich die sehr gute aber auch sehr strikte Organisation bemerkbar. So war im Inneren für jeden, der eine Konzertkarte sein Eigen nennen konnte, ein Sitzplatz reserviert. Das gab es bei keinem der Konzerte, dem ich bisher beigewohnt hatte. Das zur positiven Seite; die negative Seite war jedoch, dass Fotoaufnahmen jeglicher Art im Inneren der Konzerthalle strengstens verboten waren. Gegenläufige Versuche wurden jederzeit schnellstens unterbunden. Gerade für mich war dies ein ziemlich schwer zu schluckender Fakt. Davon wollte ich mir aber nicht die Freude am Konzert verderben lassen.
Um Schlag 16:00 fing das Konzert an und ging mit Kawada Mami und dem großartigen PSI-missing gleich in die Vollen. Bekleidet war sie mit einem sehr ansprechenden und zu ihr gut passenden schwarzen Lederkleid, was für mich eines der besten Outfits des Abends war. Vom Start weg war das Publikum voll dabei und wirkte an diesem energiegeladenen Spektakel mit. Und der Anblick der unzähligen Leuchtstäbe, welche zum Rhythmus tanzten, war überwältigend.
Die äußerst mächtigen E-Gitarren kamen Kawada Mamis Stücken sehr zu gute und gaben ihnen noch einen Funken mehr Energie. So sang sie neben einigen anderen Stücken dann etwas später auch das von mir sehnsüchtig erwartete JOINT und zum Abschluss ihres Teils noch Get my way. Ein wahrhaft furioser Start in einen Abend, der gehaltvoller nicht sein konnte.
Als nächstes stand der Auftritt von Shimamiya Eiko auf dem Plan. Ihr Outfit erinnerte ein wenig an Tinkerbell, wie sie selbst anmerkte. Ihr Auftritt gestaltete sich zunächst jedoch recht kurz und beschränkte sich auf ULYSSES von der gleichnamigen EP sowie zwei weiteren Stücken. Jedoch trat sie hiernach gleich wieder mit ihrer Kollegin Kawada Mami in Form von Healing Leaf auf die Bühne und trug noch zwei weitere Stücke vor. Zum Schluss übernahm sie noch die Introduktion der nächsten Künstlerin, die hier zum allerersten Mal singen sollte.
IKU, so der Name, war mir bisher nur vom ED von To Aru Majutsu no Index bekannt. Erst in diesem Augenblick wurde mir bewusst, dass auch IKU mehr oder weniger etwas mit I’ve Sound zu tun hat. Und besagtes ED war auch eines der beiden Stücke, dass sie an diesem Abend vortrug. Bekleidet war sie mit einem weißen federartigen Kleid, welches einen sanften Eindruck vermittelte.
Quasi als Umrahmung trat danach noch einmal Shimamiya Eiko auf die Bühne und sang noch zwei weitere Stücke, so dass ihr Beitrag zum Abend dann doch noch in akzeptabler Länge ausfiel. Meine Freundin bedauerte jedoch, dass Naraku no Hana keines der vorgetragenen Stücke dieses Abends war. Ich persönlich hätte auch gerne das erste OP von Higurashi no Naku Koro ni gehört.
Jedenfalls betrat hieraufhin Utatsuki Kaori im pinkfarbenen Marienkäfer-Outfit die Bühne. Bekannt war sie mir eigentlich nur von Shining Stars Bless☆, dem OP von Nanatsuiro Drops und genau dieses war auch das erste von ihr vorgetragene Stück. Einige weitere Stücke folgten, bevor auch sie die Bühne verließ. Ungewiss war nun, wer noch folgen sollte, da noch zwei große Namen fehlten.
Als die Projektion im Hintergrund nun schemenhafte Bilder zeigte und für kurze Augenblicke ein vertrautes Gesicht zu sehen war, war die Aufregung im Publikum groß. Bestätigt wurde sie, als schließlich auch der erwartete Name eingeblendet wurde: KOTOKO! Entgegen den Erwartungen sollte sie also nicht der große Höhepunkt zum Schluss sein.
Sie betrat die Bühne in einem Kleid, welches sie vermutlich wie üblich selbst entworfen hatte. Es war zur einen Hälfte dunkel und mit langem Ärmel gehalten und zur anderen Hälfte sehr bunt mit Blumen und Federn verziert. Das erste Stück war das von mir erhoffte aber eigentlich nicht erwartete Real Onigokko. Ihre wunderschöne und zugleich gewaltige Stimme war überwältigend. Dies wurde nur umso mehr in weiteren Stücken wie 羽, Close to me und Hayate no Gotoku bestätigt. Daneben erhielt KOTOKO bei dem Stück Kirei na Senritsu ungewöhnliche musikalische Unterstützung in Form von Ex-Megadeth-Gitarrist Marty Friedman, welcher trotz amerikanischer Abstammung erstaunlich gut Japanisch beherrschte. Eines der letzten Stücke war Re-Sublimity und bei diesem Stück war es dann auch um mich geschehen und ich holte eilig den letzten aber auch leuchtstärksten Leuchtstab hervor. Diesen sollte ein jeder von uns bei seinem Lieblingslied einsetzen. Re-Sublimity und Agony waren dereinst die allerersten Lieder, welche ich von KOTOKO gehört hatte. Sie bildeten die musikalische Umrahmung zu Kannazuki no Miko und ich war sofort hin und weg von diesem Musikstil. Einige Jahre und Albumkäufe später bin ich noch immer ein überzeugter Fan ihrer musikalischen Fähigkeiten. Deswegen war ich auch umso glücklicher als ich von diesem Konzert erfuhr und damit sicher war, dass KOTOKO auch dabei sein würde.
Jedenfalls endete auch KOTOKOs Auftritt sehr bald und sie überließ die Bühne C.G mix. Bei diesem Sänger handelt es sich um einen der Hauptkomponisten von I’ve Sound, ich hatte jedoch bisher noch nichts von ihm gehört. Auch war mir neu, dass es bei I’ve Sound auch Männer als Künstler gibt. Beim vorrangig männlichen Publikum konnte C.G mix offenbar auch eher weniger Begeisterungsstürme auslösen, da die ansonsten sehr laute Fraktion vor uns hier recht still war. Das sollte sich jedoch bald wieder ändern.
Denn hiernach betrat KOTOKO erneut die Bühne, jedoch nicht allein. Zusammen mit Utatsuki Kaori als Kombo „Short Circuit“ trug sie weitere Stücke vor. Für diese Performance hatten beide jedoch ihre Outfits zu einem aufeinander abgestimmten Partner-Look im Lolita-Flair gewechselt. Auch hier konnten beide Künstlerinnen vollends überzeugen.
Nun also fehlte nur noch eine im Bunde der fünf. Und diese gab sich dann auch sogleich die Ehre: MELL. Oder Mell-sama wie sie lauthals von nebenan begrüßt wurde. Sie betrat die Bühne in einem für sie eher untypischen weißen Ballkleid, was ihr jedoch sehr gut stand. Begleitet wurde sie von einer etwas merkwürdig wirkenden weißen Gestalt, welche kurz darauf auch einen nicht minder merkwürdigen Tanzstil offenbaren sollte. Unbeirrt davon konnten wir MELLs Glanzparade bei Stücken wie KILL (Titelthema des gleichnamigen Filmes), repeat (unterstützt von Eric Mouquet von Deep Forest) und Red fraction beiwohnen. Letzteres war das letzte der Stücke, die ich unbedingt an diesem Abend hören wollte.
Und als ob der Abend bis jetzt noch nicht ausreichend gefüllt gewesen wäre, wurde nun noch einer draufgesetzt. Denn nun wurden die Instrumente auf der Bühne mit Folie abgedeckt und ein merkwürdiges aber doch sehr vertrautes Ungetüm aus Rohren auf die Bühne geschoben. Es gibt auf der Welt nur eine einzige Kombo, die solch ein „Instrument“ spielen kann und die Aufregung war umso größer, als die Projektion auf der Bühne die Vermutung bestätigte: die Blue Man Group sollte hier und heute an diesem Abend auftreten.
In ihrem typisch sonderbar aber einfangendem Stil bewegten sie die Massen zu einer gemeinsamen Performance, indem einzelne „Rock Concert Movements“ einblendeten. Das Publikum beteiligte sich hier ausnahmslos und die drei blauen Mannen wirkten ein wenig überwältigt, obgleich dies angesichts ihrer ausdruckslosen Gesichter nur schwerlich auszumachen ist. Nach einiger Zeit stießen dann auch die fünf großen Künstlerinnen des Abends als Love Planet Five dazu. Zusammen mit der eigentümlichen musikalischen Untermalung der Blue Man Group trugen die Künstlerinnen die beiden Stücke HYDIAN WAY und See You vor. Dies sollten dann auch die letzten beiden Stücke dieses Abends sein.
Sollten. Natürlich lässt es sich kein Publikum der Welt nehmen, nach einer Zugabe zu rufen. Im Japanischen ist dies 「アンコール」 und es bedurfte ganzer 5 Minuten Zurufe, bevor sich auf der Bühne etwas tat. Doch bevor auch nur irgendwer auf die Bühne trat wurden einige Informationen auf die Leinwand projiziert. Neben der obligatorischen Information zur Live-CD gab es hier aber auch erstes Bildmaterial zum Jubiläums-Film zum 10-jährigen Bestehen von I’ve Sound zu sehen. Der Inhalt des Filmes ist eine fiktive Geschichte rund um die fünf Hauptkünstlerinnen und ihrer gemeinsamer Erlebnisse in jungen Jahren. Die Rolle jeder der Künstlerinnen wird hierbei von einer Schauspielerin übernommen. Amüsanterweise spielen die Künstlerinnen selbst aber auch in diesem Film als Lehrerin, TV-Moderatorin und dergleichen mit. Als Erscheinungstermin gab es zu diesem Zeitpunkt leider nur ein „Coming soon“.
Im gemeinsamen Love-Planet-Five-Outfit traten die fünf Künstlerinnen nun erneut vor das Publikum und sangen die wirklich letzten Stücke des Abends, Tenjou wo Kakeru Monotachi und Fair Heaven. Zu diesem Zeitpunkt sah man verstärkt die starken Leuchstäbe im Publikum, welche sich die meisten offenbar für das letzte Stück aufgehoben hatten. Bereits während des letzten Stücks waren einige der Künstlerinnen bereits so sehr ergriffen, dass sie nur noch unter Tränen singen konnten. Nachdem das letzte Stück vorbei war, traten auch die Produzenten und Komponisten von I’ve Sound auf die Bühne und äußerten einige Worte zum 10-jährigen Jubiläum von I’ve Sound. Auch in diesen ergreifenden Augenblicken flossen wieder viele Tränen und das Publikum fühlte mit den Künstlerinnen.
Nun ging der Abend langsam aber sicher seinem Ende entgegen und die Künstler verließen unter reißendem Applaus und lauthalsen Zurufen die Bühne. Nach exakt 5 Stunden (!) fand dieser energiegeladene und großartige Abend nun also seinen Abschluss. Dem Zuruf „I’ve 最高“ kann ich mich hierbei nur anschließen; dieser Abend war wirklich das Beste überhaupt.
Die komplette Übersicht aller an diesem Abend gesungenen Stücke:
- PSI-missing / 川田まみ
- radiance / 川田まみ
- 風と君を抱いて / 川田まみ
- RIDE -The Front Line Covers ver.- / 川田まみ
- JOINT / 川田まみ
- 緋色の空 / 川田まみ
- Get my way! / 川田まみ
- ULYSSES / 島みやえい子
- DROWNING -The Front Line Covers ver.- / 島みやえい子
- To lose in amber / 島みやえい子
- 雨に歌う譚詩曲 / Healing Leaf
- 秋風に君を想ふ / Healing Leaf
- Rimless ~フチナシノセカイ~ / IKU
- 木の芽風 / IKU
- WHEEL OF FORTUNE (運命の輪) / 島みやえい子
- 銀河の子 / 島みやえい子
- Shining stars bless☆ / 詩月カオリ
- Chasse / 詩月カオリ
- Senecio / 詩月カオリ
- SWAY / 詩月カオリ
- Change of heart / 詩月カオリ
- Do you know the magic? / 詩月カオリ
- リアル鬼ごっこ / KOTOKO
- 羽 / KOTOKO
- Close to me… / KOTOKO
- 季節の雫 -The Front Line Covers ver.- / KOTOKO
- きれいな旋律 / KOTOKO with マーティ・フリードマン
- U make 愛 dream / KOTOKO
- Re-sublimity / KOTOKO
- ハヤテのごとく! / KOTOKO
- under the darkness / C.G mix
- version up / C.G mix
- ミオクルカラ / C.G mix
- True eyes / C.G mix
- DETECT / C.G mix
- Welcome to HEAVEN! / C.G mix
- Crash Course ~恋の特別レッスン~ / SHORT CIRCUIT(KOTOKO to 詩月カオリ)
- 恋愛CHU! / SHORT CIRCUIT(KOTOKO to 詩月カオリ)
- SAVE YOUR HEART -Album Mix- / SHORT CIRCUIT(KOTOKO to 詩月カオリ)
- Double Harmonize Shock!! / SHORT CIRCUIT(KOTOKO to 詩月カオリ)
- KILL / MELL
- SCOPE / MELL
- さよならを教えて ~comment te dire adieu~ / MELL
- repeat -Deep Forest Remix- / MELL with エリック・ムーケ
- Bizarrerie Cage / MELL
- Red fraction / MELL
- 美しく生きたい / MELL
- HYDIAN WAY / Love Planet Five with BLUEMAN GROUP
- See You ~小さな永遠~ / Love Planet Five
- 天壌を翔る者たち / Love Planet Five
- Fair Heaven / Love Planet Five
(Quelle: I’ve Sound Explorer)






Ein Feature, was der neue Nintendo DSi zu bieten hat, ist der DSi-Shop. Während das Angebot dort momentan logischerweise noch etwas spärlich ist, finden sich doch hier und da schon einige Perlen. Neben dem neuen und sehr angenehm zu benutzenden Opera-Browser zählt hierzu auch das









Man könnte meinen dass der Mensch lernfähig ist, doch ebenso wie beim letzten Mal gestaltete sich die Anreise schwierig. Erst nachdem René und Nils, meine Begleiter, und ich eine große Schlaufe in die dem Ziel entgegen gesetzte Richtung gefahren waren, fanden wir den richtigen Weg und beendeten unsere Fahrt punktgenau vor dem Konzertgebäude. Und überpünktlich waren wir dieses Mal auch. Die Türen wurden geöffnet und wir betraten die Halle.
Diese war recht geräumig und verfügte über eine Terasse rechts oben neben der bereits vorbereiteten und in ein tiefes Blau getauchten Bühne. Zur Terasse führte im Zentrum der Halle eine Treppe, vor welcher die Tontechniker ihren Platz gefunden hatten. Zuallererst suchten wir den Nikolaus am Merchandising-Stand auf. Offenbar verrichtete er hier seine Ferienarbeit und bot wie üblich viele gute Dinge an. Da gab es Silberlinge in verschiedenen Formen und Farben, Kleidungsstücke sowie Ansteckbuttons und Poster. Zu den Silberlingen zählte natürlich auch das neueste Klangsammelsorium Fauns, welches auf den mysteriös anmutenden Namen „Totem“ hört. Eines der 25 Exemplare der limitierten Fassung zu ergattern war ein wichtiges Vorhaben des Abends.
Eine recht lange Zeit später hielt uns kaum noch etwas auf unseren Plätzen und so begaben wir uns zur Bühne. Standesgemäß mussten wir natürlich auch dieses Mal in der ersten Reihe stehen. Und so begab es sich, dass etwa halb 10 Niel die Bühne betrat und sich bald darauf die verbleibenden Bandmitglieder zu ihm gesellten. Olliver gab nun bekannt, dass die eigentlich noch hätte auftreten sollende Vorband abgesagt hatte und wir somit in den Genuss eines verlängerten Vergnügens kommen sollten. Dass sich keiner von uns daran störte, dürfte ersichtlich sein.
Nun also war es soweit. Die klangliche Reise auf dem alten Weg, jedoch mit neuem Ziel, begann nicht wie üblich mit „Deva“ und „Punagra“, sondern mit „Gaia“ und „Rad“, zwei neuen Stücken aus „Totem“. Eine gelungene Umlenkung auf neue Pfade. Das Bühnenbild war eine Pracht: die Männer waren ganz in schwarz gekleidet, womit sie einen Rahmen bildeten. Einen Rahmen für zwei weiße, wunderschöne Schwäne mit engelsgleichen Stimmen. Fiona und Elisabeth sahen ebenso wie beim letzten Mal hinreißend aus, traten sie dieses Mal jedoch in weißen Kleidern auf.
Gespielt wurde etwas von allem; sowohl Stücke aus dem neuesten Werk als auch vertraute Stücke aus den vorangegangenen. Auch „Cunti Simus Concanentes“, ein Klassiker wurde gespielt. Da letzteres früher noch ohne Niel geschrieben und gespielt wurde, wurde dieser hier kurzerhand von der Bühne verbannt. Aber wir wussten, „Nie’ll be back“. Später bei „Wind und Geige“ gab es offenbar eine Resonanz zwischen den Gedanken Niels und des Tontechnikers, denn der Bass gewann hier zunehmend an Kraft. Da wir ja wie gesagt direkt vor der Bühne standen, wurden die weichen Klänge von einem donnernden Beben begleitet.
So verging die Zeit wie im Fluge und der Auftritt sollte bereits ein Ende finden. Sollte. Nachdem die Band die Bühne verlassen hatte, begann das Publikum in perfekter Harmonie zu klatschen, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Dieses lautstarken Signals konnte sich keiner erwehren und so betraten die Faunen wieder die Bühne und beehrten uns mit weiteren Stücken. Zu guter Letzt traten zur zweiten und für diesen Abend letzten Zugabe alleinig Fiona und Elisabeth auf die Bühne und rundeten den Abend perfekt mit „dem stillen Grund“ und einer unbeschreiblich schönen stimmlichen Darbietung ab.
Jedenfalls holten wir uns jetzt einige Getränke und warteten darauf, dass der übergroße Andrang beim Merchandising-Stand abnahm. Denn die frisch erstandenen Silberlinge wollten gerne signiert werden. Dies bot auch die Gelegenheit, mit jedem der Bandmitglieder einen kleinen Plausch abzuhalten. So stellte sich nach einer kurzen „Kleid aus Rosen“-Einlage durch Nils und mich unter Anderem heraus, dass Olliver liebend gerne einem Auftritt Eric Fishs beigewohnt hätte, wenn dies der Tourzeitplan hergegeben hätte. Meine Freunde und ich dagegen hatten Eric erst wenige Wochen zuvor in Annaberg gesehen. Nachdem sich die Rauchschwaden in der Halle gelegt hatten, gesellte sich auch Elisabeth zu uns und komplettierte damit die Band wieder. Sie gab uns ein Versprechen, dessen Einhaltung es beim nächsten Auftritt in unserer Gegend zu überprüfen gilt. Die „Egil Saga“ sollte dann nach langer Zeit endlich wieder einmal live gespielt werden. Wir sind gespannt.
Am Freitagabend zu später Stunde entschied ich mich kurzfristig, einem Ereignis der etwas ungewöhnlichen Art beizuwohnen. Grund: es handelte sich um einen Auftritt der Boygroup
Sie nannten sich „Lipsticks“ und spielten von den Ramones inspirierte Punk-Stücke. Es handelte sich um nichts Weltbewegendes, aber gut gesungen und gespielt wurde nichtsdestotrotz. Zudem waren die Mädels allesamt sehr nett anzusehen.
Bedauerlich, dass den Drummer stets das Schicksal ereilt, im Hintergrund versteckt zu werden. Doch die Menge ließ sich noch nicht so recht begeistern, weshalb sich die Zwischenrufe meist auf „Ausziehen!“ oder „Knorkator!“ beschränkten. Doch die Lipsticks nahmen dies gelassen hin und zeigten eine gute Show als Newcomer. Je länger sie spielten, umso deutlicher wurde, dass sie musikalisch durchaus etwas zu bieten hatten. Doch nach einigen weiteren Stücken schlossen sie ihren Auftritt ab und räumten die Bühne.
Nun hielt der Wahnsinn auf luftigem Wege (siehe erste Videoaufnahme) Einzug und warf der Menge augenblicklich schmetternde Gittarrentöne entgegen. Die „meiste Band Deutschlands“ schickte sich nun an, sowohl unsere Stimmbänder, unsere Lachmuskeln als auch praktisch den gesamten restlichen Körper gehörig zu fordern. Sogleich in den ersten Stücken weihte Alf Ator sein „Zepter“ ein, was ein einfältiger Mensch als Klobürste ansehen würde. Der Stumpen zeigte im Verlaufe des gesamten Abends, warum er eigentlich ebenso gut eine Karriere als Akrobat hätte einschlagen können.
Auch liebevolle Beleidigungen wurden zwischen Band und Publikum ausgetauscht. Zudem ist Knorkator die allererste mir bekannte Band, die sich um das leibliche Wohl seines Publikums sorgt. So wurden passend zum Stück „Ma Baker“ Toastscheiben ins Publikum (und zurück) „gereicht“, was die erste Stufe der Verwahrlosung der Bühne darstellte. Etwas später folgten hier noch eine Konfetti- und eine Laubdusche.
Zu (beinahe) guter Letzt wurde noch „Weg nach unten“, ein mir persönlich bekanntes und geschätztes Stück, gespielt und das Publikum beteiligte sich akustisch so gut es möglich war. Danach sollte eigentlich Schluss sein, doch wie so üblich ließen wir uns damit nicht abspeisen und forderten eine Zugabe. Man zeigte sich gnädig und fragte uns sogar, wie viele Stücke es denn sein sollten. Wir einigten uns nach kurzen Verhandlungen auf drei und genossen diese letzten Minuten mit den Chaoten. Am Ende der Vorführung sah die Bühne aus wie ein Schlachtfeld; wer diese Sauerei danach wieder sauber zu machen hatte, verdient tiefsten Respekt.
Jedenfalls lag nun ein lohnender Abend hinter mir und bereits auf dem Heimweg und am darauf folgenden Tage machten sich die Auswirkungen der Lautsprecher bemerkbar. Mein Begleiter und ich wurden stets von einem lauschigen Rauschen und einem sympathisch hellen Ton begleitet, was die Kommunikation untereinander und mit anderen etwas erschwerte. Aber „das war’s wert“.
Eine Mitbewohnerin begleitet eine der Bands nun schon seit einigen Jahren und kennt auch Carter, den Gitarristen besagter Band sehr gut, ihr war also ein Eintrag auf der Gästeliste sicher. Und nachdem ich mir die Namen der angekündigten Bands einmal auf der Zunge habe zergehen lassen, war für mich klar, dass ich unbedingt dabei sein musste. Die Anreise zum Ort des Geschehens gestaltete sich dank der ständig verkehrenden Straßenbahn sehr unkompliziert und dort angekommen waren auch bereits sehr viele, mehr oder weniger geduldig auf den Einlass wartende, Musikliebhaber zu sehen.
Es handelte sich um ein weiträumiges Gelände mit vielen größeren gänzlich mit karminroten Ziegeln errichteten Gebäuden. Der Gedanke, dass es sich hier in der Tat um einen sehr guten Platz für solcherlei Veranstaltungen handelte, bestätigte sich nach dem Einlass in die „Reithalle“ umso mehr. Das Innere dieser Halle war reich an Platz und Elektronik für die Tonanlage. Das Kommende musste schlichtweg gut werden. Nach kurzer Zeit trafen wir auch auf besagten Gitarristen und unterhielten uns kurz mit ihm, bevor er in Vorbereitung auf seinen Auftritt wieder verschwand.
Wiederum nach etwas Wartezeit begann die Veranstaltung nun endlich punkt Acht Uhr mit dem Auftritt von
Diese endete schlagartig, als die ersten Mitglieder der Opelgang von
Nun war die Menge bereit für den nächsten hochkarätigen Auftritt. Und passend dazu wurde auch die Stimmung des Bühnenbildes durch das Aufstellen vieler Kerzen angepasst. Das Licht wurde gedimmt und die Bühne in einen tiefen Blauton getaucht …
Musikwünsche aus dem Publikum wurden von der Band dankend angenommen und so kam, zumindest meinerseits, Gänsehautstimmung auf, als kurz vor Schluss noch „Freiheit“ gespielt wurde: „Wenn ich fühle, dass ich lebe, dann will ich lauter schrein’!“ – und genau das tat das Publikum auch. Es gab kein Halten mehr, was letztendlich gegen Ende des Auftritts in einen minutenlangen Applaus mündete. Der Graf zeigte sich angesichts der Begeisterung des Publikums vollkommen überwältigt und titulierte Dresden als „ein Highlight der Tour“. Noch mehr Applaus war ihm nun natürlich sicher. Und selbst Banalitäten wie ein Tonproblem wurde herzhaft von Applaus begleitet. Es folgte noch ein letztes Stück, bevor die Band schließlich die Bühne verließ. Ein wahrhaft überwältigender Auftritt.
Mittlerweile zeigten sich bei mir erste Anzeichen von Erschöpfung, weshalb ich aus der immer weiter zusammenrückenden Menge flüchtete und am Merchandising-Stand wieder auf meine Beleiterin traf. Ich besorgte mir etwas zu Trinken, unterhielt mich ein wenig mit den Mitgliedern von Down Below und warf einen Blick auf das Angebot besagten Standes.