Endlich wird eine Frage beantwortet die uns alle sicher seit unserer Kindheit beschäftigt: was geschah mit Rotkäppchen, während sie sich im Bauch des Wolfes befand?
Archiv für den Tag ‘Videos’
GIRL NEXT DOOR – 情熱の代償
Da ich kürzlich das J-Drama GiraGira endlich einmal komplett angeschaut habe, erinnerte ich mich auch an dieses Stück von GIRL NEXT DOOR. Das Einsetzen des Piano-Parts sorgt bei mir heute wie damals in Japan für eine Gänsehaut.
Amuro Namie – WILD
Durch einen Werbespot eines namhaften Herstellers von Erfrischungsgetränken bin ich zum ersten Mal auf Amuro Namie und ihren Song „WILD“ aufmerksam geworden:
Wieder einmal ist es die geschickte Kombination aus Rhythmus und Tanz, die mich in ihren Bann zieht. Hier noch der besagte Werbespot als Extra:
MiChi – PROMiSE
Nicht mehr unbedingt das allerneuste Video, aber dennoch absolut hörenswert. Mit ihrem Auftritt bei Music Station hatte mich MiCHi sofort in ihren Bann gezogen. Ich bin gespannt auf zukünftiges Material von ihr.
Ohrwurm der Woche: キチンとチキン
Da ich mir tagtäglich im hiesigen Family Mart mein Mittagessen besorge, wurde ich zwangsläufig der Werbebeschallung für Kunden ausgesetzt. Unter anderem dabei ist momentan dieses kleine Lied mit starkem Ohrwurmcharakter:
Gesungen wird dieses amüsante Stück von Matsuura Aya und ich liebe einfach die Art, wie sie „Chicken“ auspricht. Mehr Informationen gibt es auf der Website vom Family Mart. あなたとコンビニーファミリマート。♪
Perfume – Dream Fighter
Ob es an der erstaunlichen stimmlichen Ähnlichkeit mit Hatsune Miku, den süßen Outfits oder dem aufwändig gestalteten Tanz liegt, kann ich nicht sagen, aber ich liebe diesen Song.
We will, we will faun you!
Auf diesen Samstagabend hatte ich mich schon lange gefreut und endlich war der Tag gekommen: ich sollte Faun nach langer Zeit wiedersehen. Und erneut lud die Weltmetropole Glauchau zu diesem Ereignis ein, wenngleich der Ort des Geschehens dieses Mal die „Alte Spinnerei“ sein sollte. Zumindest waren wir damit vor schlechten Witterungsbedingungen – welche sich erwartungsgemäß einstellten – gefeit.
Man könnte meinen dass der Mensch lernfähig ist, doch ebenso wie beim letzten Mal gestaltete sich die Anreise schwierig. Erst nachdem René und Nils, meine Begleiter, und ich eine große Schlaufe in die dem Ziel entgegen gesetzte Richtung gefahren waren, fanden wir den richtigen Weg und beendeten unsere Fahrt punktgenau vor dem Konzertgebäude. Und überpünktlich waren wir dieses Mal auch. Die Türen wurden geöffnet und wir betraten die Halle.
Diese war recht geräumig und verfügte über eine Terasse rechts oben neben der bereits vorbereiteten und in ein tiefes Blau getauchten Bühne. Zur Terasse führte im Zentrum der Halle eine Treppe, vor welcher die Tontechniker ihren Platz gefunden hatten. Zuallererst suchten wir den Nikolaus am Merchandising-Stand auf. Offenbar verrichtete er hier seine Ferienarbeit und bot wie üblich viele gute Dinge an. Da gab es Silberlinge in verschiedenen Formen und Farben, Kleidungsstücke sowie Ansteckbuttons und Poster. Zu den Silberlingen zählte natürlich auch das neueste Klangsammelsorium Fauns, welches auf den mysteriös anmutenden Namen „Totem“ hört. Eines der 25 Exemplare der limitierten Fassung zu ergattern war ein wichtiges Vorhaben des Abends.
Nachdem die CDs in den Taschen unseres Packesels Nils’ sicher verstaut waren, begaben wir uns in eine Ecke der Halle und warteten auf den Beginn des Konzertes. Es sollte das zehnte auf Fauns erster richtiger Tournee sein, welche die Band unter anderem auch in die Niederlanden, Belgien und die Schweiz führen sollte. Doch heute Abend hatten wir sie ganz für uns und die Vorfreude darauf stieg stetig.
Eine recht lange Zeit später hielt uns kaum noch etwas auf unseren Plätzen und so begaben wir uns zur Bühne. Standesgemäß mussten wir natürlich auch dieses Mal in der ersten Reihe stehen. Und so begab es sich, dass etwa halb 10 Niel die Bühne betrat und sich bald darauf die verbleibenden Bandmitglieder zu ihm gesellten. Olliver gab nun bekannt, dass die eigentlich noch hätte auftreten sollende Vorband abgesagt hatte und wir somit in den Genuss eines verlängerten Vergnügens kommen sollten. Dass sich keiner von uns daran störte, dürfte ersichtlich sein.
Nun also war es soweit. Die klangliche Reise auf dem alten Weg, jedoch mit neuem Ziel, begann nicht wie üblich mit „Deva“ und „Punagra“, sondern mit „Gaia“ und „Rad“, zwei neuen Stücken aus „Totem“. Eine gelungene Umlenkung auf neue Pfade. Das Bühnenbild war eine Pracht: die Männer waren ganz in schwarz gekleidet, womit sie einen Rahmen bildeten. Einen Rahmen für zwei weiße, wunderschöne Schwäne mit engelsgleichen Stimmen. Fiona und Elisabeth sahen ebenso wie beim letzten Mal hinreißend aus, traten sie dieses Mal jedoch in weißen Kleidern auf.
Gespielt wurde etwas von allem; sowohl Stücke aus dem neuesten Werk als auch vertraute Stücke aus den vorangegangenen. Auch „Cunti Simus Concanentes“, ein Klassiker wurde gespielt. Da letzteres früher noch ohne Niel geschrieben und gespielt wurde, wurde dieser hier kurzerhand von der Bühne verbannt. Aber wir wussten, „Nie’ll be back“. Später bei „Wind und Geige“ gab es offenbar eine Resonanz zwischen den Gedanken Niels und des Tontechnikers, denn der Bass gewann hier zunehmend an Kraft. Da wir ja wie gesagt direkt vor der Bühne standen, wurden die weichen Klänge von einem donnernden Beben begleitet.
Von den neuen Stücken hatte ich bis dato nur einige wenige gehört und zudem erst kurz zuvor auf der Autofahrt nach Glauchau. Eines der Stücke gefiel mir jedoch vom allerersten Ton an und war mir auch sehr gut im Gedächtnis geblieben: „2 Falken“. Es lässt sich wie ein Zusammentreffen von Faun mit dem klanglichen Ensemble Depeche Modes beschreiben. Und es klingt verdammt gut. Niel kann bei diesem Stück voll und ganz seine elektronischen Klänge einfließen lassen.
Auch ihre sprachliche Vielfalt stellten Faun wieder einmal unter Beweis und präsentierten „Tinta“, ein in spanischer Sprache gehaltenes Stück. Und da die berühmt-berüchtigte Riesentrommel Rüdigers auf der Bühne zu finden war, musste auch „Iyansa“ gespielt werden, worauf sich insbesondere René freute. Und auch dieses Mal duettierten hier am Ende Ollivers Nyckelharfe und besagte Trommel und gebaren einen unbeschreiblichen Rhythmus.
So verging die Zeit wie im Fluge und der Auftritt sollte bereits ein Ende finden. Sollte. Nachdem die Band die Bühne verlassen hatte, begann das Publikum in perfekter Harmonie zu klatschen, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Dieses lautstarken Signals konnte sich keiner erwehren und so betraten die Faunen wieder die Bühne und beehrten uns mit weiteren Stücken. Zu guter Letzt traten zur zweiten und für diesen Abend letzten Zugabe alleinig Fiona und Elisabeth auf die Bühne und rundeten den Abend perfekt mit „dem stillen Grund“ und einer unbeschreiblich schönen stimmlichen Darbietung ab.
Zu unser aller Bedauern wurde jedoch auch dieses Mal nicht die Igel-Saga gespielt und Fiona erklärte uns nach dem Konzert auch in kurzen Worten warum: bisher war es der Band noch nicht wieder gelungen, das Lied live so zu spielen, wie es auf dem zugehörigen Album zu finden ist. Obgleich das Publikum dies auch gar nicht erwartet und sich allein an der Tatsache, dass das Stück gespielt wird erfreuen würde, ist die Band damit noch nicht zufrieden. Perfektionisten, fürwahr.
Jedenfalls holten wir uns jetzt einige Getränke und warteten darauf, dass der übergroße Andrang beim Merchandising-Stand abnahm. Denn die frisch erstandenen Silberlinge wollten gerne signiert werden. Dies bot auch die Gelegenheit, mit jedem der Bandmitglieder einen kleinen Plausch abzuhalten. So stellte sich nach einer kurzen „Kleid aus Rosen“-Einlage durch Nils und mich unter Anderem heraus, dass Olliver liebend gerne einem Auftritt Eric Fishs beigewohnt hätte, wenn dies der Tourzeitplan hergegeben hätte. Meine Freunde und ich dagegen hatten Eric erst wenige Wochen zuvor in Annaberg gesehen. Nachdem sich die Rauchschwaden in der Halle gelegt hatten, gesellte sich auch Elisabeth zu uns und komplettierte damit die Band wieder. Sie gab uns ein Versprechen, dessen Einhaltung es beim nächsten Auftritt in unserer Gegend zu überprüfen gilt. Die „Egil Saga“ sollte dann nach langer Zeit endlich wieder einmal live gespielt werden. Wir sind gespannt.
Nun also schloss ein wunderbarer und mit schöner klanglicher Vielfalt gefüllter Abend ab und wir begaben uns wieder auf die Heimreise. Etwas unsicher aber letztendlich doch erfolgreich verließen wir die Stadt Glauchau und kehrten alle wohlbehalten heim.
Zum Abschluss gibt es auch dieses Mal wieder ein paar Videoaufnahmen, welche ich nun auch einmal mit einem angenehmen Ein- und Ausblendeffekt versehen habe. Leider ist mir dies bei der Tonspur bisher noch nicht gelungen; meine Suche nach einem geeigneten Programm oder einer Anleitung geht also weiter. Die aufgezeichneten Stücke sind dieses Mal „Rad“ im Anschluss an „Gaia“, „Andro“, „Satyros“ in einer Variation, „Iyansa“ und „Sirena“ sowie zum Ausklang „Der stille Grund“. Wie gehabt wünsche ich viel Vergnügen mit den Aufnahmen. Alle Bilder zum Konzert finden sich hier:
Der ganz normale Wahnsinn
Am Freitagabend zu später Stunde entschied ich mich kurzfristig, einem Ereignis der etwas ungewöhnlichen Art beizuwohnen. Grund: es handelte sich um einen Auftritt der Boygroup Knorkator. Ort der Veranstaltung war der Klub Neue Mensa, wo normalerweise schlaue Köpfe dinieren. Kurz vor dem geplanten Einlasszeitpunkt hatte sich bereits eine Unmenge an Interessierten eingefunden.
Doch wir mussten uns in Geduld üben, denn der tatsächliche Einlass fand leider erst eine Stunde später statt. Doch dann war es soweit und mein Begleiter und ich platzierten uns direkt vor der Bühne und vor den Lautsprechern. Ein folgenschwerer Fehler, wie wir später bemerken sollten. Denn schon die Vorband machte sich lautstark bemerkbar, was zu spürbaren Schwingungen des Trommelfelles führte.
Sie nannten sich „Lipsticks“ und spielten von den Ramones inspirierte Punk-Stücke. Es handelte sich um nichts Weltbewegendes, aber gut gesungen und gespielt wurde nichtsdestotrotz. Zudem waren die Mädels allesamt sehr nett anzusehen.
Bedauerlich, dass den Drummer stets das Schicksal ereilt, im Hintergrund versteckt zu werden. Doch die Menge ließ sich noch nicht so recht begeistern, weshalb sich die Zwischenrufe meist auf „Ausziehen!“ oder „Knorkator!“ beschränkten. Doch die Lipsticks nahmen dies gelassen hin und zeigten eine gute Show als Newcomer. Je länger sie spielten, umso deutlicher wurde, dass sie musikalisch durchaus etwas zu bieten hatten. Doch nach einigen weiteren Stücken schlossen sie ihren Auftritt ab und räumten die Bühne.
Nun hielt der Wahnsinn auf luftigem Wege (siehe erste Videoaufnahme) Einzug und warf der Menge augenblicklich schmetternde Gittarrentöne entgegen. Die „meiste Band Deutschlands“ schickte sich nun an, sowohl unsere Stimmbänder, unsere Lachmuskeln als auch praktisch den gesamten restlichen Körper gehörig zu fordern. Sogleich in den ersten Stücken weihte Alf Ator sein „Zepter“ ein, was ein einfältiger Mensch als Klobürste ansehen würde. Der Stumpen zeigte im Verlaufe des gesamten Abends, warum er eigentlich ebenso gut eine Karriere als Akrobat hätte einschlagen können.
Die Texte der gespielten Stücke waren – obwohl schwierig akustisch zu verstehen – sowohl stark satirisch aber teilweise auch einfach nur urkomisch und in Kombination mit Mimik und Gestik von Alf Ator sowie Stumpen (Buzz Dee bewegte sich kaum) ein einmaliges Erlebnis. Und auch das Publikum wurde munter in die Vorführung eingebunden, sei es durch kleine Dialoge oder vorherrschende Monologe (auch wenn der Unterschied kaum wahrnehmbar war) als auch dadurch, dass Alf Ator kräftig sein „Schlaginstrument“ auf die Menge niedersausen ließ.
Auch liebevolle Beleidigungen wurden zwischen Band und Publikum ausgetauscht. Zudem ist Knorkator die allererste mir bekannte Band, die sich um das leibliche Wohl seines Publikums sorgt. So wurden passend zum Stück „Ma Baker“ Toastscheiben ins Publikum (und zurück) „gereicht“, was die erste Stufe der Verwahrlosung der Bühne darstellte. Etwas später folgten hier noch eine Konfetti- und eine Laubdusche.
Von den gespielten Stücken waren mir persönlich leider nur drei akustisch und davon zwei namentlich bekannt, was dem Gesamterlebnis jedoch keinen Abbruch tat. Ich vernahm auch mit Interesse unsere baldige „internationale Nationalhymne“ namens „Wir werden alle sterben“; ein sehr vielversprechendes Stück. Im weiteren Verlauf der Entertainment-Show wurden einige ausgefallene Musikinstrumente eingebracht und so manches auch über den Jordan geschickt. So wurde zum Beispiel Alfs Orgel immer mehr in ihre Einzelteile zerlegt. Und wieder einmal stellte der Stumpen seine Körperbeherrschung unter Beweis, denn er erklomm seinen Buzz Dee und verließ ihn mit einem Handstand. Diverse Tänze wurden auch seinerseits vorgeführt, wobei unter anderem Bruce Lee von Stolz erfüllt gewesen wäre.
Zu (beinahe) guter Letzt wurde noch „Weg nach unten“, ein mir persönlich bekanntes und geschätztes Stück, gespielt und das Publikum beteiligte sich akustisch so gut es möglich war. Danach sollte eigentlich Schluss sein, doch wie so üblich ließen wir uns damit nicht abspeisen und forderten eine Zugabe. Man zeigte sich gnädig und fragte uns sogar, wie viele Stücke es denn sein sollten. Wir einigten uns nach kurzen Verhandlungen auf drei und genossen diese letzten Minuten mit den Chaoten. Am Ende der Vorführung sah die Bühne aus wie ein Schlachtfeld; wer diese Sauerei danach wieder sauber zu machen hatte, verdient tiefsten Respekt.
Jedenfalls lag nun ein lohnender Abend hinter mir und bereits auf dem Heimweg und am darauf folgenden Tage machten sich die Auswirkungen der Lautsprecher bemerkbar. Mein Begleiter und ich wurden stets von einem lauschigen Rauschen und einem sympathisch hellen Ton begleitet, was die Kommunikation untereinander und mit anderen etwas erschwerte. Aber „das war’s wert“.
Meine Videoaufnahmen sind dieses Mal aufgrund der zu geringen Entfernung zu den Lautsprechern akustisch etwas verunstaltet, aber dennoch sehenswert. Auch von den Lipsticks gab es im Übrigen eine Aufnahme, doch diese ist fast gänzlich unbrauchbar. Darum beschränke ich mich auf „Verflucht und zugenäht“, Knorkators Intro, sowie „Kurz und klein & Hardcore“. Sämtliche Bilder zu diesem Erlebnis für alle Sinne finden sich hier:
DZUP
Die Stadt Dresden gefällt mir von Tag zu Tag besser. Ich wohne gerade einmal zwei Tage lang hier und schon steht die erste große Veranstaltung vor der Tür: ein umfangreiches Konzert im Industriegelände der Neustadt.
Eine Mitbewohnerin begleitet eine der Bands nun schon seit einigen Jahren und kennt auch Carter, den Gitarristen besagter Band sehr gut, ihr war also ein Eintrag auf der Gästeliste sicher. Und nachdem ich mir die Namen der angekündigten Bands einmal auf der Zunge habe zergehen lassen, war für mich klar, dass ich unbedingt dabei sein musste. Die Anreise zum Ort des Geschehens gestaltete sich dank der ständig verkehrenden Straßenbahn sehr unkompliziert und dort angekommen waren auch bereits sehr viele, mehr oder weniger geduldig auf den Einlass wartende, Musikliebhaber zu sehen.
Es handelte sich um ein weiträumiges Gelände mit vielen größeren gänzlich mit karminroten Ziegeln errichteten Gebäuden. Der Gedanke, dass es sich hier in der Tat um einen sehr guten Platz für solcherlei Veranstaltungen handelte, bestätigte sich nach dem Einlass in die „Reithalle“ umso mehr. Das Innere dieser Halle war reich an Platz und Elektronik für die Tonanlage. Das Kommende musste schlichtweg gut werden. Nach kurzer Zeit trafen wir auch auf besagten Gitarristen und unterhielten uns kurz mit ihm, bevor er in Vorbereitung auf seinen Auftritt wieder verschwand.
Wiederum nach etwas Wartezeit begann die Veranstaltung nun endlich punkt Acht Uhr mit dem Auftritt von Down Below. Ich hatte von meiner Mitbewohnerin im Vorfeld schon einige Beschreibungen gehört, doch ein Bild dieser Band konnte ich mir erst jetzt machen. Und es sah erstaunlich gut aus. Sie mögen momentan noch nicht allzu bekannt sein, doch das Potential um dies zu ändern haben sie allemal. Dass sie schon bald größere Bands wie Evanescence auf Europa-Tournee begleiten werden, kann diesem Unterfangen nur dienlich sein.
Zudem bekam ich hier zum ersten Mal den Eindruck, dass das Dresdner Publikum weitaus unverkrampfter sei. Denn es wirkte vom ersten Tone an begeistert mit, wo es bei anderen Vorbands zuerst einmal gilt, das Eis zu brechen. Hier jedoch war von Eis nichts mehr zu sehen. Nach einer halben Stunde Spielzeit hieß es jedoch schon wieder Abschied zu nehmen, welcher jedoch nicht ohne einen gebührenden Applaus von Statten ging. Es begann nun wieder eine, wenn auch nicht sonderlich lang währende, Zeit des Wartens.
Diese endete schlagartig, als die ersten Mitglieder der Opelgang von Zeromancer die Bühne betraten. Die vorgewärmte Menge wurde durch den Auftritt der vier Norweger zu neuen Höhen bewegt. Während sich Neo Scope, der Sänger von Down Below, noch während des Auftritts allmählich seiner Oberbekleidung entledigte, trat der Sänger von Zeromancer sehr zur Freude des in der Überzahl anwesenden weiblichen Publikums gleich von Anfang an dieserart auf. Besonders bemerkenswert am Auftritt dieser Band war das Schlagzeug, welches mit unbändiger Kraft den Rythmus für unzählige großartige und teilweise auch vertraute Stücke wie „Clone Your Lover“ und sogar einer Coverversion des Klassikers „Send Me An Angel“ vorgab. Zwar drohte ich die ganze Zeit von einer tanzenden Menge erschlagen zu werden, doch auch dies überstand ich schadlos. Die Zeit verging wie im Fluge und sehr bald endete die Vorführung.
Nun war die Menge bereit für den nächsten hochkarätigen Auftritt. Und passend dazu wurde auch die Stimmung des Bühnenbildes durch das Aufstellen vieler Kerzen angepasst. Das Licht wurde gedimmt und die Bühne in einen tiefen Blauton getaucht …
Zum Gitarristen und Keyboarder gesellte sich nun auch der Hauptakteur: Der Graf. Zusammen bilden diese drei die Formation Unheilig. Mit wunderschön melodiös ausgearbeiten Stücken, einer kräftigen E-Gitarre, passender Perkussion und natürlich des Grafen markante Stimme sowie ganz eigene Art, die Musik in Mimik und Gestik zu untermalen, zogen sie die Menge sofort in ihren Bann. Kaum noch jemanden hielt es nun noch in seiner angestammten Position; es wurde zu Stücken wie „Tanz mit dem Feuer“, „Sieh in mein Gesicht“ und „Auf zum Mond“ – um einige wenige zu nennen – gejubelt, geklatscht und mitgesungen. Zu einem der Stücke schreitete sogar Peter, der Sänger der Folgeband, auf die Bühne und begleitete den Grafen gesanglich; eine sehr nette Dreingabe.
Musikwünsche aus dem Publikum wurden von der Band dankend angenommen und so kam, zumindest meinerseits, Gänsehautstimmung auf, als kurz vor Schluss noch „Freiheit“ gespielt wurde: „Wenn ich fühle, dass ich lebe, dann will ich lauter schrein’!“ – und genau das tat das Publikum auch. Es gab kein Halten mehr, was letztendlich gegen Ende des Auftritts in einen minutenlangen Applaus mündete. Der Graf zeigte sich angesichts der Begeisterung des Publikums vollkommen überwältigt und titulierte Dresden als „ein Highlight der Tour“. Noch mehr Applaus war ihm nun natürlich sicher. Und selbst Banalitäten wie ein Tonproblem wurde herzhaft von Applaus begleitet. Es folgte noch ein letztes Stück, bevor die Band schließlich die Bühne verließ. Ein wahrhaft überwältigender Auftritt.
Mittlerweile zeigten sich bei mir erste Anzeichen von Erschöpfung, weshalb ich aus der immer weiter zusammenrückenden Menge flüchtete und am Merchandising-Stand wieder auf meine Beleiterin traf. Ich besorgte mir etwas zu Trinken, unterhielt mich ein wenig mit den Mitgliedern von Down Below und warf einen Blick auf das Angebot besagten Standes.
Nach einiger Zeit trat nun auch die letzte Band des Abends auf: Project Pitchfork. Ich hatte schon seit Ewigkeiten nichts mehr von dieser Band angehört und doch erkannte ich einige Stücke wie „Timekiller“, „Requiem“ und „Existence“ wieder. Doch war es ein langer Kampf, bevor mir der Titel letzteren Stückes endlich wieder einfiel. In meinem Gedächtnis waren nur noch Fragmente des zugehörigen Musikvideos und das Cover des passenden Albums, doch der Name des Stückes selbst wollte mir beim besten Willen nicht einfallen. Ein glücklicher Zufall war es dann nun, dass ausgerechnet dieses Stück auch gespielt wurde, eine Verkäuferin am Stand eine große Anhängerin der Band war und sogleich wusste, wie dieses Stück denn hieß. Dies war für mich Gedächtniserleichterung №1.
Mit markant elektronischen Klängen und eine rauhen Stimme wurde die Menge noch ein letztes Mal zu Höchstleistungen angetrieben, auch wenn ich persönlich vom Auftritt der Band nicht mehr allzu viel mitbekam. Ich verweilte weiterhin am Stand und genoss die Musik aus der Ferne.
Nach einiger Zeit gesellte sich auch Der Graf zu uns und signierte bereitwillig Karten, CDs und Poster, ließ sich im Kreise der Anhänger Unheiligs Musik ablichten und unterhielt sich angeregt mit ebenselbigen. Angesichts des Ansturmes meinte ich nun eine Audienz beim Grafen erbitten zu müssen, doch gelang es mir schließlich auch so, ihn auf ein Wort zu sprechen. Denn seit ich das Stück „Auf zum Mond“ zum ersten Male gehört hatte, wurde ich das Gefühl nicht mehr los, die Melodie dieses Stückes bereits einmal gehört zu haben. Der Graf schließlich erklärte mir, dass es zwar ein ähnlich klingendes Stück eines anderen Künstlers gäbe, das Stück für Unheilig jedoch gänzlich aus eigener Feder entstanden sei. Später sollte mir dann zuhause wieder einfallen, welches Stück ich im Sinn hatte: „Glorious“ von Andreas Johnson. Dies wiederum war Gedächtniserleichterung №2.
Auch der Auftritt Project Pitchforks fand irgendwann ein Ende und so verabschiedeten wir uns von den Mitgliedern Down Belows und begaben uns wieder auf die Heimreise, was sich selbst zu so später Stunde in Dresden als gänzlich unproblematisch erwies. Eine weitere ungewohnte Erfahrung.
Es lag ein großartiger und wunderbar ausgefüllter Abend hinter mir, welcher jeden Cent des Eintrittspreises wert war. Vier großartige Bands an einem Abend erlebe ich nicht aller Tage und bin froh, meine Mitbewohnerin begleitet zu haben. Da dies jedoch sehr kurzfristig geschah, hatte ich leider keine Zeit mehr, den Akku meiner Digitalkamera aufzuladen, weshalb es dieses Mal nur wenige Bilder und größtenteils ohne Blitzlicht gibt. Ich hoffe jedoch, dies mit meinen Beschreibungen wieder etwas wett gemacht haben zu können. Sämtliche Bilder finden sich hier: