E-Mail-Schutz vor Spambots

Einer Bitte folgend veröffentliche ich hier den – zugegeben nicht sonderlich komplexen – Code in meinem Impressum, welcher die E-Mail-Adresse vor Spambots verbirgt, bis der erforderliche Button betätigt wurde:

<?php
 
$str_value = 'E-Mail (Anzeigen)';
 
if (isset($_POST['showmail']) and $_POST['showmail'] == $str_value) {
 
    echo '      <p><a href="mailto:info@example.org">E-Mail-Adresse</a><p>' . "\n";
 
} else {
 
    echo '      <form action="" method="post" accept-charset="utf-8">' . "\n" .
         '        <p><input type="submit" name="showmail" value="' . $str_value . '" />' . "\n" .
         '      </form>' . "\n";
}
 
?>

Früher oder später wird auch der Code meines Gästebuches folgen. Ich hoffe früher.

Faun in Glauchau

An einem verregneten Freitag machten sich meine Mannen und ich auf, die Burg in Glauchau zu erobern. Uns wurde berichtet, dass sich am Abend ebenselbigen Tages ein denkwürdiges Schauspiel zutragen soll: der Auftritt der Gruppe Faun.

Doch zuvor standen wir der schwierig zu bewältigenden Aufgabe gegenüber, den richtigen Weg zur Stadt Glauchau zu finden. Wir trafen auf viele Irrwege und trotz unserer in weiser Vorausschau mitgenommenen Karte wurden wir von so manchem Pfad zum Narren gehalten. Schlussendlich konnte uns aber nichts von unserem Vorhaben abbringen und wir erreichten den Schloßplatz in Glauchau.

Recht schnell bemerkten wir, dass wir etwa um 2½ Stunden verfrüht eingetroffen waren und nahmen die Gelegenheit beim Schopfe und schauten uns ein wenig um. Angesichts des Mittelaltermarktes wurden erwartungsgemäß viele Stände aufgebaut und Waren jeglicher Art feilgeboten.

Nach einem kurzen geschickten Schachzug gelang es uns, die einzigen Wachen zu passieren und den hinteren Teil der Burg zu betreten. Dort lauterten allerlei seltsames Getier, wie etwa ein bellender Verkaufsstand und ein singender Baum. Davon unbeirrt stellten wir fest, dass im begehbaren Areal der Burg offenbar keine Schätze zu finden waren, weshalb wir uns außerhalb umschauten. Leicht entmutigt ob der dort felsenfest verschlossene Pforten aber erleichtert ob des abflauenden Regens machten wir uns auf, in die Burg zurückzukehren. Dort eingetroffen schlugen wir uns zuerst einmal unsere Bäuche voll, die Reise war schließlich lang und anstrengend. Hiernach begaben wir uns wieder zum Hauptplatz und besprachen die Lage ein wenig.

Nach einiger Zeit tat sich endlich etwas: die Bühne wurde vorbereitet und einige Zeit später traten auch die Hauptakteure auf. Aufgrund einiger klanglicher Schwierigkeiten zogen sich die Vorbereitungen in die Länge, doch kurz nachdem die Uhr acht mal geschlagen hatte konnte die Darbietung beginnen. Wie es anders gar nicht sein konnte, lenkte Elisabeth mit dem wunderschönen Eröffnungsstück „Deva“ die Aufmerksamkeit auf sich, welchletztere sich danach auf die gesamte Bühne verteilte, als „Punagra“ gespielt wurde. Es folgten viele wohlbekannte und stimmungsvolle Stücke. Lisa und Fiona glänzten hier nicht zuletzt aufgrund ihrer bezaubernden Erscheinung. Im gleichen Atemzug erwähnt werden muss natürlich Ollivers imposanter Umgang mit seinem recht interessanten Instrument, der Nyckelharfe. Und auch die rhythmische Unterstützung seitens Rüdiger und seinem schier endlosen Vorrat an Perkussionsinstrumenten trug ihren Teil zur Stimmung bei. Und Niel … versank im Nebel. Doch hin und wieder gelang es uns, ein kurzes Blitzen seiner Silhouette durch die nebelige Wand zu erspähen. Ohne seine elektronische Untermalung würde manchen Stücken einiges an Atmosphäre fehlen. Das hierbei markanteste Stück, „Egil Saga“, wurde bedauerlicherweise nicht gespielt, was einige in unseren Reihen bedauerten. Unsere Ohren wurde dennoch verwöhnt; sei es durch den betörenden Gesang der beiden Maiden im mysteriös anmutenden „Sirena“ oder durch Ollivers Stimme im „Tagelied“.

Als eines der letzten Stücke wurde „Iyansa“, untermalt von einer eindrucksvollen Trommel und einem treibenden Rhythmus, gespielt. Doch wir wären nicht die mutigen Mannen die wir sind, wenn wir nicht lautstark eine Zugabe verlangten. Diese wurde uns auch dreimalig gewährt. Danach ergriffen die Faunen die Flucht. Während ein Teil von uns sie weiterhin im Auge behielt machten wir uns zu einem Nebenschauplatz auf, wo vom Fernen melodische Klänge zu vernehmen und vom Nahen eindrucksvolle Lichtspielereien zu sehen waren. Ein Feuerkünstler hatte sich angeschickt, die unverändert große Menge an Schaulustigen zu unterhalten. Nach diesem kurzen Abstecher gesellten wir uns wieder zu den anderen.

Wir setzten uns auf die Brüstung und erholten uns von dem Schauspiel, nichtsahnend dass noch ein weiteres folgen sollte. Denn eben erwähnter Feuerkünstler und seine musikalischen Begleiter begaben sich, nachdem die Bühne nun frei war, auf ebendiese und boten wiederum ihr Schauspiel dar. Der Tanz mit dem Feuer wurde sehr eindrucksvoll vermittelt und mancherlei Bewegung ließ erahnen, wie viel Kontrolle der Künstler über sein feuriges Element gehabt haben muss. Zumindest meistens.

Nach diesem Spektakel vertraten wir uns noch einmal die Beine und warfen unter anderem einen näheren Blick auf einen Stand mit schmuckvollen Ausstattungsgegenständen. Die ebenfalls dort angebotene Klinge sagte mir jedoch nicht zu, sie war zu sehr mit schmucken Verzierungen versehen. Ich bevorzuge eine schlichtere Erscheinung. Jedenfalls sollte nun nichts nennenswertes mehr stattfinden, weshalb wir uns wieder auf den Heimweg begaben. Nun kannten wir alle Tücken des Weges und trotz der Dunkelheit kam jeder unversehrt in seinem Heim an. Es war ein prachtvoller, amüsanter und in jedem Fall unterhaltsamer Abend mit einer wundervollen musikalischen Vorstellung.

Zum Abschluss meiner Beschreibung unserer Erlebnisse biete ich hier nun noch ein paar audiovisuelle Aufnahmen an. Als erstes wären da „Deva“ und „Punagra“ sowie „Iyansa“ von Faun. Des weiteren ließ ich es mir nicht nehmen, nicht eine, auch nicht zwei, sondern ganze drei Aufnahmen erwähnten feurigen Tanzes zu tätigen. Die bildlich festgehaltenen Erinnerungen folgen im Anschluss. Ich wünsche viel Vergnügen damit.

Opera ist genial

Ich ging bisher davon aus, dass ich aufgrund meiner doch schon sehr langen Nutzung mittlerweile sämtliche Geheimnisse im Opera-Browser ergründet habe. Und immer wieder gelingt es ihm, mich vom Gegenteil zu überzeugen.

Heutiges Beispiel? Ich versuchte, Thunderbird als als Empfänger für mailto-Links einzurichten. Ein einfaches /usr/bin/thunderbird --compose genügt hier aber natürlich noch nicht, da die Bezugsadresse fehlt. Also versuchte ich, die erforderlichen Platzhalter zu finden, welche Opera durch die entsprechenden Textteile ersetzt. Ich stieß zwar auf eine Dokumentation einiger Platzhalter, doch sind diese nur für die Verwendung in Buttons brauchbar, welche beliebig in die Oberfläche integriert werden können. Bei meinen Experimenten damit fuhr ich mehr oder weniger absichtlich mit der Maus über das Eingabfeld und dies bekam ich zu sehen:

Schön, wenn jemand mitdenkt.

Debian-Repository eingerichtet

Ich habe nun unter http://download.noctus.net/debian/ ein Debian-Repository für meine selbstgebauten Pakete eingerichtet. Momentan sind dort folgende Pakete verfügbar:

Folgende Zeile gehört in die /etc/apt/sources.list, wenn ihr meine Pakete nutzen wollt:

deb http://download.noctus.net/debian unstable/

Kompiliert habe ich sie unter Debian Sid, ihre Lauffähigkeit auf anderen Debian-Zweigen kann ich somit leider nicht garantieren. Um die Warnungen APTs aufgrund des unsignierten Repositories zu unterbinden, kann folgender Befehl ausgeführt werden:

wget http://noctus.net/0x77B0B098.pub.asc -O - | apt-key add -

Damit wird mein öffentlicher Schlüssel dem APT-Schlüsselbund hinzugefügt. Nähere Informationen hierzu finden sich im Debian Wiki.

Ich teste die Pakete auf meinem eigenen System recht ausgiebig und nutze sie auch alltäglich, dennoch kann ich Fehlfunktionen auf anderen Systemen nicht ausschließen, daher geschieht die Nutzung meiner Pakete auf eigene Gefahr.

Thunderbird auf Mailinglisten

Hinweis an Debian–Nutzer: seit Version 1.5.0.5-1 wurde dem Thunderbird–Paket seitens der Maintainer der Reply–To–List–Patch hinzugefügt. Meine Pakete sind damit obsolet und werden nicht mehr aktualisiert.

Seit einiger Zeit verfolge ich die Aktivitäten auf manchen Mailinglisten wie z. B. der „Debian User German“-Mailingliste. Da ich auch hin und wieder antworten möchte, war ich, wie wohl die meisten Thunderbird-Nutzer, gezwungen, entweder die „Antworten“-Funktion zu verwenden und die E-Mail-Adresse zu korrigieren oder aber die Privatadresse des Empfängers bei der „Allen Antworten“-Funktion zu entfernen.

Der Grund dafür ist, dass Thunderbird keine Möglichkeit bereitstellt, direkt auf die E-Mail-Adresse zu antworten, welche im List-Post-Mailheader enthalten ist. Dieser Mailheader legt im Allgemeinen fest, auf welche E-Mail-Adresse zu antworten ist, um direkt in die Mailingliste zu posten.

Angenervt von der Tatsache, dass der Umgang mit Mailinglisten im Thunderbird deshalb ziemlich umständlich ist und ich auch schon versehentlich eine E-Mail direkt an einen Poster geschickt habe, begab ich mich auf die Suche nach einer Lösung für dieses Problem. Und ich wurde fündig: Reply To List Thunderbird Extension.

Der Haken an dieser Erweiterung für Thunderbird ist jedoch, dass sie ein wenig tiefere Eingriffe in den Quellcode des Mailclients erfordert, da sie auf einige Funktionen zugreift, welche sich noch nicht in den offiziellen Quellen des derzeitigen Thunderbird-Entwicklungszweiges befinden. Der dafür erforderliche Patch ist nicht sonderlich umfangreich und deshalb erstaunt es umso mehr, dass der zugehörige Bugreport erst sechs Jahre nach Eröffnung geschlossen wurde.

Die Zeit bis zur Veröffentlichung von Thunderbird 3.0 wollte ich nicht abwarten, also lud ich mir mit Hilfe meiner Paketverwaltung die erforderlichen Quelldateien herunter, wandte den Patch an und baute mir frische und installierfertige Pakete. Diese wurden natürlich sogleich installiert, um die erforderliche Erweiterung ergänzt und für funktionstüchtig befunden. Mir steht nun also die gewünschte „An die Liste antworten“-Funktion zur Verfügung, welche das Arbeiten mit Thunderbird wieder etwas komfortabler macht.

Um anderen diesen Aufwand zu ersparen, stelle ich die von mir erstellten Pakete in meinem Repository zur Verfügung.

Ade, ATI-Treiber!

Ich wechselte bereits vor einiger Zeit vom offiziellen ATI-Treiber („fglrx“) zu seinem freien Pendant („radeon“) und bin damit bis auf einige Dinge auch recht zufrieden. Der Treiber ist im Gegensatz zum offiziellen Treiber sehr stabil und erlaubte mir nun auch erstmalig, die Composite-Erweiterung des X-Servers zu nutzen.

Bedauerlicherweise stand mir hier bis jetzt kein Direct Rendering zur Verfügung, was zur Folge hatte, dass sämtliche die Grafik betreffenden Berechnungen nicht direkt von meiner Grafikkarte durchgeführt werden konnten. Doch dies hat sich heute geändert. Das tägliche Systemupdate meiner Debian-Sid-Installation brachte heute die Mesa-Bibliotheken in Version 6.4.2-1 mit sich und nachdem ich im Bugtracker keine Release-kritischen Fehler finden konnte, welche mich betroffen hätten, aktualisierte ich die Bibliotheken.

Nun, nachdem ich mein System einmal neu gestartet hatte, um einige Dinge unter Windows zu erledigen, wollte ich einmal nachschauen, was mir die Aktualisierung gebracht hat und führte glxinfo aus:

ashura@core2:~$ glxinfo
name of display: :0.0
*********************************WARN_ONCE*********************************
File r300_state.c function r300Enable line 456 TODO - double side stencil !
***************************************************************************
No ctx->FragmentProgram._Current!!
display: :0
screen: 0
direct rendering: Yes

Erst traute ich meinen Augen nicht und vergewisserte mich deshalb mit Hilfe von glxgears:

ashura@core2:~$ glxgears
5304 frames in 5.0 seconds = 1060.651 FPS
5326 frames in 5.0 seconds = 1065.156 FPS
5335 frames in 5.0 seconds = 1066.958 FPS
5343 frames in 5.0 seconds = 1068.417 FPS
5332 frames in 5.0 seconds = 1066.281 FPS

Zugegeben: der freie Treiber ist halb so schnell wie der offizielle, aber dies kann sich in Zukunft ja noch ändern.

Der aktuelle Entwicklungszweig von Mesa ist nun also in die offiziellen Pakete eingeflossen, womit mir nun endlich Direct Rendering zur Verfügung steht, was mir bisher nur die offiziellen Treiber ermöglichten.

Jetzt kann ich also auch endlich gänzlich auf ATIs Treiber verzichten, womit mein System gleich ein ganzes Stück sauberer wird. Und in Kombination mit meinem Wechsel des X-Servers zum modularen Zweig vor einiger Zeit ist mein System nun bestens gewappnet für nützliche Verschönerungen wie Xgl und AIGLX.

No more Spam!

Die nicht ständig aber oft genug um lästig zu werden auftretenden Spameinträge in meinem Gästebuch werden von heute an der Vergangenheit angehören. Ich habe nun endlich mein Gästebuch-Script von Grund auf neu geschrieben.

Bisher stand ich Spam recht hilflos gegenüber, da ich nicht mehr tun konnte, als das uralte Script, welches ich mir irgendwann einmal irgendwoher besorgt hatte, zu flicken und hier und da Schutzmaßnahmen einzubauen. Mein bisheriger Spamschutz bestand darin, entweder den Funktionsaufruf, der die Daten ins Gästebuch-XML-Dokument schreibt, auszukommentieren oder dem Server die Schreibrechte zu entziehen. Unsauber ist gar kein Ausdruck.

Auch wenn die augenscheinlich schlankere Eingabemaske nur geringfügige Unterschiede aufweist, hat sich unter der Oberfläche schlichtweg alles verändert. Ich verwende nun PHPs DOM-Funktionen an Stelle des alten ereignisbasierten XML-Parsers, da ich mit Ersterem dank meines Umgangs mit dem gleichnamigen JavaScript-Pendant weitaus besser arbeiten kann. Zudem habe ich nun erste erfolgreiche Gehversuche mit XPath unternommen, was das Agieren im Dokumentenbaum enorm erleichtert. Bei der Formularvalidierung schlug ich einen etwas unorthodoxen Weg ein, da ich hier erstmalig Gebrauch von den Bitoperatoren mache. Dadurch wird nun auf praktisch jeden Fehler individuell reagiert. Neu ist hierbei auch die Vorschaufunktion welche neben der Korrekturmöglichkeit auch auf die eventuell aufgetretenen Fehler hinweist.

Doch nun zum eigentlich Relevanten: dem Spamschutz. Sämtliche Beiträge müssen nun von mir kontrolliert und freigeschaltet werden. Außerdem habe ich die widersinnige Verlinkung der eingegebenen E-Mail-Adresse entfernt; die Adresse wird nun, sofern eingegeben, nur noch alleinig zur Kontaktaufnahme meinerseits gespeichert. Somit trägt das neue Gästebuch nicht nur zu meinem Spamschutz bei.

Und als kleines Bonbon gibt es, auch wenn es rein gar nichts mit dem Thema zu tun hat, hier noch zu sehen, was während des Verfassens dieses Beitrags passiert ist:

Pussybox

Bestelle ich mir eine neue CD, so versuche ich üblicherweise eine Limited Edition zwischen die Finger zu bekommen. Schließlich soll sich der Kauf ja auch lohnen, auch wenn mir die Musik allein schon jeden einzelnen Cent wert ist. Ich kann im Übrigen auch nicht verstehen, warum sich manche über zu hohe CD-Preise für in ihren Augen (bzw. Ohren) minderwertige Musik beschweren. Wenn diese Musik wirklich so minderwertig ist, warum dann überhaupt kaufen? Dies ist schließlich die einzige Möglichkeit, stetig wieder neu aufgewärmten und monotonen akkustischen Müll von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Dezenter Boykott, wie ich meine.

Jedenfalls sollte es nun auch beim frisch erschienenen neuen Werk von Pzychobitch so sein. Nachdem ich mir die kurzen Ausschnitte bei Amazon angehört hatte, war ich mir nicht mehr so sicher, ob sich die Anschaffung wirklich lohnen würde, aber ich bestellte sie angesichts des großartigen Vorgängers „The Day After“ dennoch. Und was ich erhielt sollte sich lohnen:

In der hübsch anzusehenden Box befinden sich neben der neuen „Electrolicious“-CD noch ein paar Postkarten, ein Button, eine 7″-LP sowie ein farbig passend gestalteter String. Das Thema „Pussy“ wurde mit dieser Box also recht gut getroffen. Solch aufwendig gestaltete Sammlerstücke sieht man als Sammler gern.

Und auch musikalisch gibt es nur Gutes zu berichten. War ich anfangs ob des neuen etwas popigeren Gewandes noch etwas skeptisch, so habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt und teilweise sogar Gefallen gefunden. Die Musik geht von EBM über House sowie klassischem Electro-Sound bis hin zu besagtem Pop. Sinas Gesang ist wie gewohnt sehr eingängig aber auch frech, sexy und verrucht. Sowohl die treibenden Beats bei den einen als auch die klangvollen Melodien bei den anderen Songs unterstützen und ergänzen sie hierbei wunderbar. Auch ein schönes Detail: es muss nicht immer nur Englisch sein. Fast die Hälfte des gesamten Albums besteht aus gänzlich oder teilweise in Deutsch verfassten Songs.

So ungewöhnlich der Sound auch klingen mag, so sehr lohnt es sich doch, hier zumindest einmal reinzuhören. Nicht kaufen (siehe oben) kann man die CD schließlich immer noch.

QEMU die Zweite

Angesichts der doch recht trägen Bedienbarkeit des per QEMU emulierten Windows-Systems spielte ich hin und wieder mit dem Gedanken, die Leistungsfähigkeit mit Hilfe des KQEMU-Kernelmodules zu verbessern. Doch die scheinbar komplizierte Kompilierung und Einbindung in mein System schreckte mich immer wieder ab. Zumindest bis vor ein paar Tagen, als ich beschloss, es erneut zu versuchen; die extrem niedrige Geschwindigkeit des Windows-Systems machte es einfach nahezu unbenutzbar.

Meine Suche nach vorgefertigten Paketen für meine Paketverwaltung verlief erfolglos, also machte ich mich daran, alle erforderlichen Schritte mit Hilfe des Quellcodes durchzuführen. Meine Suche führte mich zuallererst zu einem Blogeintrag bei Geek Pit. Das dort beschrieben Vorgehen führte aber leider nicht zum Erfolg, QEMU ließ sich nicht kompilieren und quittierte mit einer nicht sonderlich hilfreichen Fehlermeldung (welche mittlerweile in meinem Kommentar zu diesem Blogeintrag nachlesbar ist). Bei meiner Suche danach stieß ich neben einigen erfolglosen Diskussionen in Mailinglisten auf Nando Florestans „Installing KQEMU in Ubuntu“. Das dortige Script erschien mir, nachdem ich es mir zu Gemüte geführt hatte, recht brauchbar. Wie die Kommentare unter dem Beitrag aber zeigen, ist es noch fehlerbehaftet, weshalb ich es ein wenig überarbeiten und an mein System anpassen musste. Die fertige Fassung stelle ich hier zur Verfügung. Besonders nützlich an dem Script ist, dass es für den Kompiliervorgang kurzzeitig den aktuell installierten GCC (GNU Compiler Collection) umbenennt und eine gleichnamige symbolische Verknüpfung auf den alten GCC 3.x anlegt. Damit greift make auf diesen zu, womit sich QEMU kompilieren lässt. Ein weiterer Fehler ließ sich beseitigen, indem ich die aktuelle Version von checkinstall installierte, welche sich noch nicht im Repository meiner Paketverwaltung befand. Dieses Programm hat die nette Eigenschaft, dass es ein mit meiner Paketverwaltung installierbares und verwaltbares Archiv erzeugt.

Nachdem QEMU und KQEMU nun erfolgreich kompiliert, installiert und im Falle von KQEMU an die richtige Stelle verschoben wurden, wollte ich das Kernelmodul per modprobe laden. Murphys Gesetz folgend verlief aber auch dies nicht erfolgreich; ich erhielt ein „FATAL: Error inserting kqemu Invalid module format“, was sich darauf begründet, dass das mit dem GCC 3.x kompilierte Kernelmodul nicht in meinen per GCC 4.x kompilierten Kernel geladen werden kann. Meine Suche danach führte mich zu diesem hilfreichen Beitrag im QEMU-Board. Ich folgte dem dort beschriebene Vorgehen, kompilierte KQEMU mit meinem aktuellen GCC erneut und verschob das Modul in das erforderliche Verzeichnis. Damit konnte ich das Kernelmodul schließlich erfolgreich laden. Ich legte die KQEMU-Gerätedatei /dev/kqemu mit den erforderlichen Zugriffsrechten an und startete mein Windows-System per QEMU.

Und es hat sich gelohnt: die Geschwindigkeit ist massiv gestiegen und macht das System nun erstmalig wirklich benutzbar. Natürlich ist das emulierte System langsamer als ein physikalisch installiertes, doch für Testläufe und dergleichen reicht es allemal. Ein weiterer Nebeneffekt machte sich kurz darauf auch bemerkbar: Töne des Windows-Systems wurden nun auch endlich ausgegeben. Mir war zuvor noch nicht bewusst, dass hierfür SDL (Simple DirectMedia Layer) erforderlich ist. Das Windows-System läuft nun also genau so wie vorher, nur weitaus schneller und mit Tonausgabe.

Angesichts der Tatsache, dass QEMU zwangsläufig mit dem GCC 3.x kompiliert werden muss, verzögerte sich das ganze Vorhaben beträchtlich aber unlösbar war es letztendlich dennoch nicht.

Schelmish & Nachtwindheim

Zum Samstagabend sollten nach langer Zeit endlich wieder einmal mittelalterliche Klänge ertönen. Uns erwartete ein reichhaltiges und unterhaltsames Spektakel.

Dieses Mal gaben sich Nachtwindheim und Schelmish die Ehre und schickten sich an, in dieser gar grauen Winternacht den Geist des Schabernack und des Mittelalters in unseren schönen Ort in Mitten des Erzgebirges zu bringen.

Drei (noch) recht harmlos wirkende Gestalten begaben sich in das Rampenlicht und gaben sich als Nachtwindheim zu erkennen. Da sie mir noch nicht bekannt waren, konnte ich auch nicht ahnen, was da auf uns zukommen sollte. Denn einmal abgesehen vom sehr guten Umgang mit ihren Instrumenten – sie beherrschten den Umgang mit Trommel und Klampfe ebenso gut wie selbigen mit Dudelsack, Flöte und Schalmei – und ihrer gänzlich eigenen Art, das Publikum von Anfang an in ihren Bann zu ziehen war das wahre Schauspiel doch die Art und Weise, wie sie die Pausen zwischen ihren Liedern ausfüllten. Da wurden ein sinnfreier Wortwitz nach dem anderen gerissen, reinste Improvisation bewiesen und kleine, unterhaltsame Plaudereien mit dem Publikum gehalten, so dass kein Auge trocken blieb. Der sinistre Gesichtsausdruck des Trommlers ließ einen Hauch von Wahnsinn erahnen und seine Performance bestätigte dies. In ihr musikalisches Programm wurden neben ihren eigenen Stücken auch einige Klassiker der Mittelaltermusik, wie z. B. „Herr Mannelig“, der „T(r)aubentritt“ „Maria“ von Scooter und „Paranoid“ von Ozzy Obstbaum und seiner alten Band schwarzer, verkaufsfreier Sonntag eingebunden. Sie hielten einen Lobesgesang zu Bacchus und gaben am Ende ihres Besuches als Zugabe noch die längst verschollen geglaubte Originalfassung von „Hänsel und Gretel“ der Gebrüder Grimm zum Besten. Bei den Überlieferungen ist offenbar einiges verloren gegangen …

Die drei schrägen Vögel hatten damit ein wohl unvergessenes Programm präsentiert und wurden mit einem tobenden Applaus verabschiedet.

Nun zogen auch die lang erwarteten Hauptakteure auf die Bühne und wurden mit einem freundlichen „Guten Tag, ihr fetten Schweine!“ begrüßt. Die selbstbetitelt fetteste Mittelalterband Deutschlands wollte es ja so, wir konnten uns dessen also nicht erwehren. Darauf hin legten sie sogleich mit einem ihrer neueren Stücke vom etwas rockiger ausgefallenen neuen Album Mente Capti los und zeigten durchaus, dass ihnen auch dieses Gewand steht. Das Publikum ließ sich gerne vom treibenden Trommelspiel, den kraftvollen Gitarren und den lautstarken Dudelsäcken, Schalmeien und Flöten mitreißen. Die Befürchtungen von Dextro, einer der Frontsänger, den Text diverser Lieder zu vergessen, bestägte sich nicht ein einziges Mal, was ohne Zweifel am künstlerischen Einfluss unserer schönen Stadt lag.

Da der Trommler „es immer versaut“, musste dieser eine kleine Ehrenrunde durch das Publikum ziehen, um seine Kondition ein wenig aufzubessern. Etwas später folgte dann ohne Zweifel ein weiterer Höhepunkt des Abends: Luzis „Tanz“. Begleitet von stampfenden Trommeln, welche ein wenig an „We Will Rock You“ erinnerten, legte dieser nach und nach zur Freude oder zum Leid – je nach Fasson – des Publikums ein weiteres Kleidungsstück ab und ließ schließlich am Ende dessen tief blicken. Auf weitere Details gehe ich hier aber nicht mehr ein.

Beachtenswert waren unter Anderem auch die Tatsache, dass mancher Nachwuchs gleich von Anfang an mit der richtigen Musik aufwächst und die Gewänder, die sich manche Anwesende angelegt hatten. Und auch Schelmish konnten sich Anleihen an H. P. Baxter und seine Komparsen nicht verkneifen und holten ein Megaphon hervor.

Wiederum zu etwas späterer Stunde wurde dann auch offenbart, dass sich Jesus nach etwas mehr als 2000 Jahren von seiner Arbeit losreißen konnte und nun an der Lead-Gitarre von Schelmish zu finden ist. Zudem dürften wir in den Genuss seines orientalischen Bauchtanzes kommen. Für sein Alter bewegt er sich augenscheinlich doch noch recht gut.

Trotz der dicht auf einander gedrängten Menge und der doch recht stickigen Atmosphäre nahm die Stimmung nicht ab. Es wurden nun auch immer mehr klassische Mittelalterstücke mit teilweise vier Dudelsäcken auf einmal gespielt. Die Spielleute verabschiedeten und bedankten sich bei allen Beteiligten, nur um nach kurzer Zeit in Folge kräftiger Rufe nach Zugabe wieder auf die Bühne zu gehen. Sakepharus, der Trommler machte nun sein anfängliches Ungeschick wieder wett und gab, wozu sein Körper fähig war. Und wieder wollte sich die Band bereits verabschieden, doch das Publikum war unersättlich.

Zum krönenden Abschluss schließlich wurde ein Klassiker aus einem Land gespielt, als es noch frei war und nicht unter George W. Bushs kriegerischen Fuchtel stand: „Ring Of Fire“ von Jonny Cash. Wenn auch ungewöhnlich, so passte dieses Stück und die damit einher gehende hübsche Beleuchtung doch wunderbar in den herausragenden Abend und wurde vom Publikum letztendlich mit einem tobenden Applaus belohnt. Damit endete der mit wunderbaren Melodien gespickte Abend.

Auch dieses Mal habe ich es mir im Übrigen nicht nehmen lassen, einige Videoaufnahmen zu tätigen. Da ich den unvergesslichen Auftritt von Nachtwindheim einfach nicht unterbrechen konnte, blieb leider nicht mehr genügend Platz für eine Aufnahme von Schelmish. Ich hatte also die Wahl zwischen einem 5-minütigen Video oder vielen Bildern und entschied mich für Letzteres. Zuvor hatte ich noch einen weiteren Beleg für die Originalität von Nachtwindheim aufgezeichnet und bedauere, nicht den gesamten Auftritt aufgenommen zu haben; die drei wären es Wert gewesen. Da ich jetzt mit meiner Videosoftware besser zurecht komme, werde ich sämtliche Videos von nun an mit dem freien Xvid-Codec komprimieren.

Alle Bilder zum Abend können hier betrachtet werden: